"Mein" heiss geliebtes Faceforming

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Benita Cantieni
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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Benita Cantieni » Fr 15. Mai 2009, 09:38

Soooo schön, liebe Gemma

Danke.

Es gibt ein Buch mit dem Titel "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung". Das kaufte ich, weil ich wissen wollte, wer den Mut hat, einen solchen Untitel zum Titel zu machen. Das Buch, du ahnst es, wollte zu mir. Autor: Olav Jacobsen, ein "intuitiver Systemaufsteller". "Wie Sie sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben". Steht nicht im Untertitel, doch gemeint sind auch die "Beziehungen" zum Zahnarzt, zu Traumata etc. Sehr zu empfehlen. Verlag Windpferd. Du erinnerst dich, der Satz hat für mich das Ausbildungswochenende "gerettet".

Umarmung, Benita

Gemma Mari
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Ich bin nicht mehr ausgeliefert!

Beitrag von Gemma Mari » Fr 15. Mai 2009, 09:08

Liebe Benita,

heute war ich beim Zahnarzt: neue Füllung, zwei Löcher zumachen... nur Kleinigkeiten, aber meine chronische Zahnarztangst ist ziemlich groß. In der Praxis: ich bin dran. Mein Herz klopft und ich spüre ein starkes Schwindelgefühl. Mir ist übel. Trotzdem durch. Es geht schon. Zahnarzt kommt und wir begrüßen uns förmlich. Ich liege und schon kommt die Spritze. Zahnarzt geht kurz, Spritze wirkt. Zahnarzt kommt wieder mit seiner Helferin. Zahnarzt und Helferin fangen an zu arbeiten.... und nun geht es los, sie fangen an zu reden .... über Jackelin, über Frau Meier, die nicht mehr arbeiten kann, weil Sie in Reha ist ("wegen Migräne, weil sie wahrscheinlich so groß und dünn ist..."), über das Turnvereinfest .... "dieses Jahr war nicht so gut". Mein Körper zieht sich zusammen, wie eine Rosine. Ich bin allein mit meiner Angst und mein Herz rast. Schwarz vor Augen... oh Gott, bitte hilf mir!.... NEIN!, ich will die Verantwortung über mich übernehmen. Muskeln entspannen. Körper durchlässig machen. Ich Atme über das Rückenmark entlang. Ich merke, es ist nicht genug durchlässig: Schultern!: aufsetzen, sternum laaang, Kopf trägt sich von allein. Jetzt wieder atmen: OK. Aber Gesicht. Das Entsetzen ist immer noch an den Schädelknochen und es zieht sich alles zum Gesicht Mitte hin!. Also, Gesichtspannder, alles zum Kronepunkt hin, Nackenstern hallo!. Die Sonne geht an meinem Gesicht auf. Meine Schädelknochen lachen wieder. Wieder atmen: Uau! schön. Ich spüre wie mein Herz immer langsamer pocht und mir geht es gut. Ich bin nicht mehr ausgeliefert .... ein wunderschönes Gefühl!

Liebe Grüße
Gemma

Benita Cantieni
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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Benita Cantieni » Mi 13. Mai 2009, 20:01

Kerstin Lieder hat geschrieben:Ah, liebe Benita, liebe Susanne, man darf hier antworten. Toll, denn es hat mich manchmal schon in den Fingern gejuckt. Bitte den Blog unbedingt weiterführen, finde ich hochspannend. Viele Grüße Kerstin
Unbedingt antworten, liebe Kerstin.

Genau deshalb und dafür wollte ich ein neues Forum, damit es Diskussionen gibt. Falls es irritiert, dass die Beiträge durch mein "Freilassung" müssen: Das war die Bedingung. Und auch die Registrierung ist wichtig. Im alten Forum konnte sich jedermann, jedefrau unter falschem Namen und mt falscher E-Mail-Adresse einloggen, und das ergab hinter den Kulissen eine Menge Mist. Wäre das Forum ganz offen, würde es überschwemmt von Werbung, Anbiederung, Miesmacherei. Dafür gebe ich cantienicadot und meine Zeit nicht her. Udo The Admin hat ja offenbar ziemlich viel Arbeit mit der Aussortierung von Spam der übelsten Sorte. Danke, Udo.

Alles, was sachlich ist und irgendwie themenbezogen, winke ich gerne ab, du siehst ja hier im Keinblog, wie weit ich das Revier abstecke.

Herzlich, Benita

Admin
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Sankt Admin

Beitrag von Admin » Mi 13. Mai 2009, 19:54

Benita Cantieni hat geschrieben: (ja, Udo, du Forumsheiliger, ...
Wow... jetzt weiss ich endlich, dass diese Kopfschmerzen von dem runden leuchtenden Ding um meinen Kopf kommen..
jmss4np hat geschrieben: ... "Form follows Function" - eigentlich wie beim Cantienica-Prinzip, oder?
ja Ja jA JAAAA. Wie wenn ich so eine Aussage bestellt hätte....
jmss4np hat geschrieben:..., wenn Ihr Admin hübschen Firlefanz einbaut, ...
Ich werde niemals Firlefanz einbauen. Ich bin nämlich ein ernster, ernsthafter Ingenieur. Meinesgleichen hält sich nicht mit Firlefanz auf. Es sei denn es wird bestellt und mir bleibt die Zeit ;-)

Ernsthaft: Anregungen jederzeit bitte in Hilfe zum Forum. Mich interessiert alles. Machen tu ich nur, was ich mit vertretbarem Aufwand umsetzen kann und bevorzugt wenn es Arbeitserleichterung bringt.

Grüße an Alle
Ich bin dann mal weg, meinen (Schein-) Heiligenschein verdienen...
Sankt Udo

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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Kerstin Lieder » Mi 13. Mai 2009, 18:08

Ah, liebe Benita, liebe Susanne, man darf hier antworten. Toll, denn es hat mich manchmal schon in den Fingern gejuckt. Bitte den Blog unbedingt weiterführen, finde ich hochspannend. Viele Grüße Kerstin

Susanne N.
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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Susanne N. » Mi 13. Mai 2009, 12:22

Benita Cantieni hat geschrieben:Groooooosses Schmunzeln.

Ich bin schon noch verführbar durch Form und Farbe. Komme aus der alten journalistischen Schule mit der guten alten Wahrnehmungspsychologie. Da wanderten die Augen noch zu Schlagzeilen und Fotos und Farbklecksen, am liebsten rechts oben, und liessen sich erst dann auf das Kleingedruckte ein.
Schön gemachte Websites finde ich traumhaft und bestechend und auch im Printbereich ist mir gutes Layout durchaus wichtig! Aber beim Diskurs im Forum ist es mir eher egal. Aber vielleicht lerne ich es ja noch schätzen, wenn Ihr Admin hübschen Firlefanz einbaut, wer weiß? :-)
Grüße
Susanne

Benita Cantieni
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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Benita Cantieni » Mi 13. Mai 2009, 12:10

Groooooosses Schmunzeln.

Ich bin schon noch verführbar durch Form und Farbe. Komme aus der alten journalistischen Schule mit der guten alten Wahrnehmungspsychologie. Da wanderten die Augen noch zu Schlagzeilen und Fotos und Farbklecksen, am liebsten rechts oben, und liessen sich erst dann auf das Kleingedruckte ein. Sie hätten sich gekugelt, hätten Sie zugesehen, wie neandertalerlig und adrenalingeflutet ich mich anfangs in dieser Plain Text-Wüste von Bereich zu Bereich hangelte und mich in den Lianen verirrte ...

Herzlich BC

Susanne N.
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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Susanne N. » Mi 13. Mai 2009, 11:26

Hallo Frau Cantieni,
Benita Cantieni hat geschrieben:
Haben Sie eine Idee oder einen Wunsch, bitte äussern.
Danke der Nachfrage, gar keine Wünsche bisher, was Layout-Möglichkeiten angeht. Ich gehöre bei der elektronischen Datenübertragung zur "Hardcore-Plain-Text-Gilde", Hauptsache der Inhalt stimmt und kommt leserlich an. "Form follows Function" - eigentlich wie beim Cantienica-Prinzip, oder?
Drücke Ihnen die Daumen fürs Fotoshooten!
Susanne

Benita Cantieni
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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Benita Cantieni » Mi 13. Mai 2009, 10:54

Hallo Susanne

:)

Sie treffen auch hier den Nerv: Im alten Forum waren Threads nicht möglich, es war für mich mühselig und zeitraubend (ja, Udo, du Forumsheiliger, zu mühselig und zeitraubend), Diskussionen zusammen zu fügen, und die Antworten zu den Antworten standen dann bei meinen Antworten, es fand sie also niemand. Und weil der Zugang so einfach war, hat es schon zu "Schnell mal die Cantieni fragen, bevor ich selber denke"-Fragen verführt. Wenn ich die Dinger hier nicht mehr kriege, bin ich durchaus froh.

Demnächst wird das neue Forum in die neue HP integriert, auch optisch. Durch das Design kann das Gleichgleich in den Schriftgrössen auch noch nutzerfreundlicher gestaltet werden. Haben Sie eine Idee oder einen Wunsch, bitte äussern.

Heute wird fotografiert für die neue Homepage, drücken Sie mir die Daumen, dass alles "gefällig" herauskommt. Schönen Tag und herzlich, BC

Susanne N.
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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Susanne N. » Mi 13. Mai 2009, 10:33

Liebe Frau Cantieni,
Benita Cantieni hat geschrieben: Ja, Sie sind mir schon richtig ans Herz gewachsen
Freut mich! Außerdem: ganz meinerseits, und zwar vom Anbeginn des allerersten Buchs, das ich von Ihnen vor Jahren in die Finger bekam - Tigerfeeling, alte Version. :-)
Ihre Art zu schreiben, traf einfach genau meinen Nerv, von der genialen Methode, die Sie ersonnen, erübt, erprobt, erforscht und was weiß ich nicht noch haben, mal ganz abgesehen! Das klingt jetzt vielleicht pathetisch, aber ich spürte sofort nach den ersten Sätzen: Das ist ziemlich sicher, wonach du schon immer gesucht hast! (Obwohl ich damals so überhauptest-garnix von LA und Konsorten gespürt habe.)

Was die Forumskultur anbelangt, müssen Sie vielleicht noch ein bisschen Geduld haben: Das alte Forum hatte technisch gesprochen nicht das typische "demokratische" Look-and-Feel von Internetforen. Das haben wir jetzt hier - und ich finde es schön! Danke also für den Umbau, auch an den Admin, der sich die Mühe gemacht hat. Die Leser/innen sind vielleicht noch das Frage- und Antwort-Pingpong mit Ihnen gewohnt. Mich hat es ja zuweilen auch beim alten Forum in den Fingern gejuckt, das Frage-Antwort-Muster in einen Diskurs zu verwandeln; ein paarmal habe ich dann auch die Fragenden angesprochen, aber es funktionierte eben nicht. Warten wirs eben ab. Ansonsten red' ich auch herzlich gerne weiter mit Ihnen allein, vielleicht wird ja der eine oder die andere dann irgendwann zum Mitmachen angestachelt. (Ich habe das Forum schon an diverse Leute empfohlen, mal sehen, ob die irgendwann mal hier auftauchen, huhu ...)

Herzliche Grüße
Susanne

Benita Cantieni
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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Benita Cantieni » Di 12. Mai 2009, 16:46

Liebe Susanne

Ja, Sie sind mir schon richtig ans Herz gewachsen und lassen mich darauf vertrauen, dass es schon noch wird mit diesem Forum. Sie verstehen auch, worum es mir geht. Manchmal gebe ich keine Antwort, damit die Forumbesucher/innen wahrnehmen, dass nicht nur ich da schreibe. Nehmen Sie hiermit meinen Pauschaldank für Ihre souveränen Antworten entgegen.

Minischritte, Quantensprünge nach Tiefs – das berichten mir viele, viele der Instruktor/innen und Klient/innen. Lange geht nichts, und plötzlich klappt's. Ich habe da ja eine Theorie dazu: Die Absichtslosigkeit entspannt und macht die grossen Sprünge möglich.

Bei mir ist es ja ein bisschen anders, ich muss alles können, auch wenn ich es noch nicht kann. Weil ich niemanden fragen kann. Vergesse ich es, ist es verloren. So habe ich mir die Technik angeeignet, Neues zu wiederholen, bis es im Gehirn verankert ist. Ob es dann perfekt ist, ist egal, einfach verankert. Da rastet es ja im Bauplan ein und will sich manifestieren. Rastet es nicht ein, entspricht es nicht dem Bauplan ... Das ist der Vorteil meiner Position. Und es hat mir nichts ausgemacht, dass ich jahrelang Anleitungen gab, die mein damals noch skoliotischer Körper nicht umsetzen konnte, zum Beispiel die sauberen Beckenrotationen, rechts war das ja lange Zeit ein 5einhalb Eck.

So, die lange nicht gesehene Freundin Gardi wartet, ich freue mich auf unsere weiteren Dialoge. Herzliche Grüsse, BC

Susanne N.
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Re: "Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Susanne N. » Di 12. Mai 2009, 14:27

Hallo Frau Cantieni,

danke für diesen tollen Faceforming-Bericht, es macht immer so viel Spaß, Ihre Texte zu lesen!
Benita Cantieni hat geschrieben:Sie kommt, sie geht, sie wächst – die Leichtigkeit. Und kaum ist sie da und gefunden, ist sie auch schon wieder weg, versteckt sich irgendwo. Es fasziniert mich, wie schwer "wir Menschen" uns mit der Leichtigkeit tun. (Das Wir brauche ich nur aus Solidarität. Ich habe sie, die Leichtigkeit, und ich werde sie nie nie nie mehr hergeben.)
Das ist inzwischen auch mein Credo, mit den Minischrittchen, die ich mache. (Sie betreiben das Ganze ja auch schon lange und sind vermutlich auch etliche Irr- und Umwege abgelaufen, da hat man die ganze Landkarte auf der Festplatte gespeichert, auch die Straßen, die man eigentlich gar nicht braucht.) Sobald ich was Neues, Gutes entdeckt habe, sage ich immer laut: "So, und das gibst du jetzt nicht mehr her!" Dann wird es noch eine Zeitlang eingeübt, damit ich es am nächsten Tag wieder abrufen kann und nicht dieses irrwitzige Gefühl habe, dass es mir doch wieder entfleucht.
Gerade gestern war wieder so ein Tag. Und komisch ist, dass diese guten Tage immer auf absolute Tieflöcher folgen, wo ich zwar längst nicht mehr an der prinzipiellen Umsetzung der Methode selber zweifle, aber mich schon frage, wann es endlich weitergeht und dass das ja so doch nix werden kann usw. ...
Dann schrieb ich gestern einer Forumsteilnehmerin hier, dass ich ja auch meinen LA spüre, wenn ich mich aufspanne, also nix Kontraktion, Sie erinnern sich vielleicht. Danach spürte ich ihn wirklich nochmal um einiges besser! Der Hammer ... Jetzt gibts also wieder was zu verfeinern, und den lieben langen Tag, wenn ich von der Arbeit pausiere, liege ich da auf dem Teppich und flügele nur zart mit den SBH und versuche, sonst nix zu machen als diesen neuen Muskelsensationen nachzuspüren. Also mir fällt das wirklich schwer, so scheints, das habe ich inzwischen akzeptiert. Meine im Vergleich zum Rest ordentlichen Hüftpolster wollen ihren Job wohl nicht so mirnix dirnix abgeben und "arbeitslos" werden. Ich rede ihnen gut zu, dass sie ja nicht vollständig arbeitslos werden, aber nix da ... Naja, wieder in Schrittchen weiter, irgendwann sehen sie es vielleicht doch noch ein.
Wünsche Ihnen einen schönen Tag!
Susanne

Benita Cantieni
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"Mein" heiss geliebtes Faceforming

Beitrag von Benita Cantieni » Di 12. Mai 2009, 09:00

Heute freier Tag. Erschöpft von der intensiven Faceforming-Ausbildung, und doch schaut das Spiegelbild entspannt und ziemlich frisch zurück. Ich profitiere von meinen Ausbildungen auch immer selber. Denn es ist einer meiner Grundsätze und ja, inzwischen auch Überzeugungen: Je mehr ich in meinem Körper gut bin, aufgespannt, entspannt, leicht und ausgerichtet, um so leichter kann ich meine Körperarbeit weiter geben. Ganz viel geschieht via Übertragung. Sie nicken jetzt, ja, klar, ist doch selbstverständlich. In der Theorie schon, in der Praxis ist es ein richtig anspruchsvoller Prozess. "Nur wenn es mir selber gut geht, kann ich gut anleiten". Für Menschen in therapeutischen, helfenden Berufen ist das eine grosse Herausforderung. Sie haben gelernt, sich selber zu vergessen, für den, für die andere und anderen da zu sein. Sich hinten anzustellen, sich selber nicht wichtig zu nehmen. Mit den Jahren hat die Hebamme chronische Schulterbeschwerden, der Physiotherapeut hat einen Bandscheibenschaden, die Masseurin leidet immer wieder an Hexenschuss, der Osteopath hat selber dauernd Hüftschmerzen.

Es nahmen an dieser Ausbildung teil: eine Physiotherapeutin, eine ehemalige Sportlehrerin, eine aktive Sportlehrerin, eine Yogalehrerin, eine Hebamme. Und alle arbeiten sie seit Jaaaahren an der eigenen Aufspannung/Entspannung, an der eigenen Leichtigkeit. Sie kommt, sie geht, sie wächst – die Leichtigkeit. Und kaum ist sie da und gefunden, ist sie auch schon wieder weg, versteckt sich irgendwo. Es fasziniert mich, wie schwer "wir Menschen" uns mit der Leichtigkeit tun. (Das Wir brauche ich nur aus Solidarität. Ich habe sie, die Leichtigkeit, und ich werde sie nie nie nie mehr hergeben.)

Da arbeitet dann L. mit G. L. steht, G. sitzt. G. hat die Augen geschlossen, gibt ihr Feedback zu den Berührungen von L.
"Die linke Hand sitzt tiefer."
"Das ist zu fest, weniger Druck bitte."
"Nicht wirklich angenehm."

Ich schleiche zu L., richte mit zartester Berührung (ich kann auch zupacken) die Wirbelsäule auf.
G. sieht nichts davon.
"Aaaah,", sagt sie, "jetzt ist es perfekt. Was hast du gemacht? Du hast etwas verändert. Hast du dich aufgerichtet?"
"Ja," sagt L., "Benita war an meinem Rücken".

Gerade bei der Feinarbeit am Kopf ist der Unterschied so gut zu spüren. Arbeite ich mechanisch, Finger isoliert an den richtigen Stellen, oder arbeite ich aus meiner eigenen Aufspannung, mit meinem eigenen Atem, mit meinem Pulsieren aus der Tiefenmuskulatur.
Welch ein Unterschied.

Und alle nehmen sich vor, ab sofort viel mehr auf sich selbst zu achten, die eigene Haltung als fein gestimmtes Instrument für die Übertragung von Körper zu Körper über die ultrazart berührenden Hände einzusetzen. Früher oder später, meistens später, lernen es alle, die an und in der Methode bleiben und weiter machen: Je sorgfältiger ich mit mir selbst umgehe, je mehr ich in der Selbstwahrnehmung bin, um so leichter und schneller kommt mein Klient, meine Klientin auch dahin.

Eine wunderbare Sache.

Auch wunderbar: Wenn bei G. durch diese Feinstarbeit die biochemischen Rückstände eines körperlichen Traumas aus der Kindheit regelrecht aufbrechen. Ein kleiner Abwehrversuch, und dann kommen auch schon die Worte, sie kann schildern, was ihr da mit 3 Jahren widerfahren ist, es sprudelt aus ihr heraus. Tränen, Übelkeit. Weitermachen. Die Ent-Spannung geht durch den ganzen Körper, G. wirkt weich, ihre Gesichtszüge entspannen sich, ihre Augen strahlen, die Schönheit macht mich staunen. In solchen Momenten liebe ich meine Arbeit. Es kommt mir vor, als warteten die Muskeln nur darauf, die Erinnerungen los zu lassen. Das Entsetzen, die Wut, der Schreck, die Abwehr, die Verletzungen sind auch in den Muskeln, Bändern, Faszien und im Bindegewebe gespeichert, und wenn das Bewusstsein wahrnehmend, liebevoll und wertschätzend dahin reist, kann es die schmerzvolle, belastende Erinnerung auslösen, verabschieden. Nicht immer. Doch erstaunlich oft. A. bestätigt genau das mit ihrer schönen Mail, die sie mir gestern schrieb. Auszug: “Mir geht es super, ich spüre keine Anstrengung von dem tollen Kurs und bin total beschwingt mit ganz viel Kraft und Elan. Ganz bei mir und ich spüre deutlich die ganzen anderen Energien von anderen die ich nicht aufnehmen soll. Vielen Dank für die 3 Tage Genesung und Regeneration bei dir. Deine Methode verschafft nicht nur mir ein ganz besonderes Lebensgefühl und Lebenskraft. Und als eingefleischte Homöopathin hätte ich nie mir träumen lassen, dass man mit einer Körperarbeit soviel im Geist heilen kann." Eine Arbeit, bei der, an der beide heilen können, der Anwender/die Anwenderin und der Nutzer, die Nutzerin. Schön.

So, heute war gestern, jetzt ist schon Dienstag, Bürotag. Lassen Sie es sich gut gehen.
Herzlich BC

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