Cantienica mit Kinder

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Benita Cantieni
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Re: Cantienica mit Kinder

Beitrag von Benita Cantieni » Do 27. Jul 2017, 10:15

:) 

Ich habe mit Ihnen gerechnet, liebe Kathrin.

Gruss, BC

kafebe
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Re: Cantienica mit Kinder

Beitrag von kafebe » Mi 26. Jul 2017, 12:59

Hallo Zusammen,
zu dem Thema muss ich einfach schreiben - ich hoffe, das fällt nicht unter Hassbeiträge, denn das ist nicht meine Intention.

zunächst: der WUnsch nach einer wissenschaftlich begründeten Entscheidung ist natürlich verständlich, aber ich bin ziemlich sicher, die wird es in dem Zusammenhang nicht geben.

Ich bin selbst "betroffen", mein Sohn hat keine Skoliose, insofern kann ich nur schreiben, was ich als Mutter tun würde. Ich würde ihn so gut wie möglich über die verschiedenen Möglichkeiten informieren und ihn selbst entscheiden lassen. Mein Sohn ist zwar erst 8, aber ich würde ihm zutrauen, dass er das kann. Denn bei einer Skoliose hilft jede Methode nur soviel, wie sie mit der Zeit als selbstverständlich und natürlich in den Alltag integriert werden kann - und wirklich in den Alltag integrieren wird man nur, was man mag und was zu einem passt (insofern fällt Schroth meiner Meinung nach schon mal weg - das lässt sich nämlich nicht in den Alltag integrieren).
Sie schreiben, Kata hat genug von allem. Das ist glaube ich ein ganz entscheidender Punkt: Von was genau hat sie genug? Davon, dass sie sich in ihren selbst gewählten Aktivitäten einschränken muss und anstatt dessen Alexander-Technik/ Cantienica Stunden nehmen muss? Dass Ärzte mit Korsett und Verschlimmerung drohen? Dass da so ein Druck gemacht wird mit zweifelhaften Erfolgsaussichten?  Vielleicht ist das ein Punkt, an dem man ansetzen kann. Denn letzten Endes geht es ja um etwas anderes: eine Methode zu erlernen, die einem hilft Aktivitäten aller Art im Alltag besser umzusetzen (und nicht darauf zu verzichten) - um so quasi "nebenbei" die Skoliose zu verringern.Das ist natürlich nicht immer einfach, aber ich glaube, es ist sehr wichtig, das zu verstehen. Und zu erleben, dass es wirklich so ist.  Dann verändert sich nämlich auch die EInstellung dazu, und auch wenn es vielleicht manchmal Disziplin erfordert - es ist dann keine Einschränkung mehr.

Was AT oder Cantienica betrifft, bin ich immer mehr der Meinung, das ist Typsache - und zumindest, was AT betrifft auch sehr stark lehrerabhängig. Ich denke, beides kann gegen die Skoliose helfen, wenn es richtig umgesetzt wird. Ich persönlich bevorzuge mittlerweile bekanntermaßen AT - ich empfehle aber auch sehr oft Cantienica, weil ich bei vielen Leuten das Gefühl habe, dass das besser passt.

Und off-topic @BEnita: Ob AT und Cantienica kompatibel sind ist in der Tat eine sehr interessante Frage, mit der ich mich sehr intensiv beschäftigt habe. Und mein derzeitiges Zwischenergebnis ist: bedingt.
Zunächst muss man mal sehen, dass nicht überall wo AT drauf steht auch AT drin ist. Wenn ich z.B. die Berichte von G.C. lese, dann denke ich mir: Das ist nicht AT - da hat sie etwas entscheidendes nicht verstanden. Bei mir selbst hat's klick gemacht, seitdem ich bei einer Lehrerin mit 50 Jahren Berufserfahrung (!!!) regelmäßig STunden nehme, die FM Alexander noch persönlich gekannt hat. Und für die stellt sich die Frage erst gar nicht, ob AT eine Skoliose begradigen kann. Natürlich geht das! Und ich bin um so vieles gerader geworden, seit ich bei ihr bin - und das findet sie weder sensationell oder aufsehenserregend, sondern das ist für sie der ganz normale Veränderungsprozess. Es kann nicht anders sein. Aber sie lebt das auch von Kindheit an... (ihr Vater war schon AT-Lehrer). Insofern ist das vielleicht nicht, was einem so normalerweise über den Weg läuft...
Meine ERfahrung ist aber, dass AT und C nicht nur gleiche ZIele verfolgen, sondern auch tendenziell zu gleichen ERgebnissen führen - nur der Weg dahin ist in der Tat Wasein anderer. Bei mir ist es z.B. so, dass ich manchmal längere Zeit kein Cantienica mache und dann irgendwann die Eingebung habe, ich könnte das mal wieder probieren. Und es ist jedesmal ein Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zu vorher! Was ich so interpretiere: beide Methoden erreichen sich wieder mehr dem anzunähern, wie der Körper eigentlich gedacht ist. Aber ich würde auch sagen, um die beiden Methoden zu kombinieren, braucht es schon viel Erfahrung und ich würde es nicht so ohne weiteres empfehlen. Aber es gibt auch Zeiten, da empfinde ich das in der Tat als sehr hilfreich.
OT Ende.

Also soviel zu mir zu meinem Lieblingsthema... und noch zu sportlichen Aktivitäten: sich schonen ist in der Tat Quatsch! Ich bin 42 und mache trotz meiner Skoliose sehr intensiv Ballett auf Profi-Niveau...seit mittlerweile 5 Jahren wieder und seit 5 Jahren verletzungsfrei und auch sonst ohne irgendwelche Wehwehchen oder Einschränkungen, die in dem Alter bei Tänzerinnen eher die Regel als die Ausnahme sind...

Kathrin

Benita Cantieni
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Re: Cantienica mit Kinder

Beitrag von Benita Cantieni » Mi 26. Jul 2017, 08:51

Liebe Dora

Ich stelle Ihren Beitrag gerne hier rein und hoffe auf Antworten, die Ihnen aus Ihrem Dilemma helfen. 

Hassbeiträge werden gelöscht.

1

Die CANTIENICA®-Ansicht, also meine, kennen Sie: Schonung ist das Schlimmste, was man machen kann. Und die "falschen Muskeln" werden nur gestärkt, wenn eben die falschen Muskeln trainiert werden.

2

Ich weiss aus Erfahrung, dass es nicht funktioniert, wenn Systeme gemischt werden, die sich diametral widersprechen, also Schroth und CANTIENICA®.

Nach Erlebnissen mit AT-Teachern in den USA vor 14 Tagen halte ich auch dieses System nicht mehr für kompatibel, wenn es rigide umgesetzt wird. Entweder oder. Herausfinden, was hilft, und dranbleiben. AT will ja, wie das C-System, die Art, wie der Körper im Alltag gebraucht wird, verändern. Das Sitzen, das Schwimmen, das Volleyballspielen ... Das ist entscheidend über Erfolg und Missserfolg.

Die CANTIENICA®-Trainingseinheiten wollen immer nur das eine: Den Gebrauch des eigenen Körpers optimieren.

3

Ein Korsett ist ein Korsett und zementiert den Zustand. Ich kenne keinen Menschen, der durch das Tragen eines massgeschneiderten Korsetts gerade/r wurde oder beschwerdefrei. 

4

Ich verstehe Kata. Und ich kenne viele Skoliotiker, die mit viel Sport und Bewegungsfreude ein gutes Leben führen. Ich kenne Skoliotiker, die sich in die Depression und die Unbeweglichkeit schonen. – Usain Bolt hat auch eine krumme Wirbelsäule.


Herzlich, BC

Doragota
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Re: Cantienica mit Kinder

Beitrag von Doragota » Mi 26. Jul 2017, 07:00

Liebe Benita,

erstmal Dankeschön für die schnelle Antwort und für die Ermunterung auf meinen ersten Brief.

Ich  bin leider wieder ratlos.

Kata machte 3 Monaten lang Training mir Alexander-Technik. Nachdem es keine Verbesserung zu sehen war, und ein Schroth Terapeut ohne Korsett schnellere Verbesserung versprach stiegen wir auf Schroth Therapie um. Seitdem sind wieder 3 Monaten vergangen, ohne sichtbare Verbesserung. Cantienica macht Kata neben all das, es heisst sie trainiert mit Judit Nesztler jede Woche einmal, bzw falls sie auf Urlaub ist macht sie die Übungen täglich.

Letzte Woche wurde ihr Korsett fertig. (Es zahlt bei uns die Krankenkassa, so habe ich die Entscheidung es zu tragen od nicht auf die Fertigsein des Korsetts verschieben können.)

Ich bin ein wissenschaftlicher Mensch. Ich muss mich neben einer Methode entscheiden, sonst mache ich das Leben meiner Tochter mit meiner Unsicherheit langsam zur Hölle. Ich brauchte Daten.

Ich kann ja alle gut verstehen.  Es ist zB logisch kein Sport zu treiben bis die Krümmung sich nicht verbessert hat, sonst verstärkt man die Muskeln an der falschen Stelle, und verursacht nur Schaden. Mein gesundes Menschenverstand sagt, dass nicht zu turnen zur Muskelschwäche führt, und vollkommenes Unsinn ist, genau wie das Tragen von Korsetts, weil ich es einfach für unmöglich halte, dass es Kata zwingt sich mit ihren Muskeln in der richtigen Lage zu halten.

Mir wäre alles recht, wenn ich nur wüsste was richtig ist.

Und die Zeit ist knapp. Es wird gesagt, dass wir 1-2 Jahren haben, bis sie voll auswächst.

Ich habe versucht Leute zu suchen, die ähnliche Probleme haben. Ich habe nur 2 sprechen können, und es war eher deprimierend. Die Geschichte von der Seite des Terapeut schien es eine Erfolgsgeschichte zu sein, und von der Seite der Eltern hiess es, sie haben alles mögliche versucht und am Ende hat sich die Verkrümmung nicht verschlechtert, besser wurde es nicht. 

Schrott-Korsett hat Statistiken: 30% Verbesserung, 30% keine Anderung, bei 30% wurde es schlimmer. Es hört sich grausam an. Und die Rede ist immer, wasfür ein Erfolg es ist, da ohne Korsett-Schrott bei 80% der Patienten eine Schlimmerung eintritt.

Was Sie versprechen ist fabelhaft, es ist wissenschaftlich perfekt aufgebaut. Aller Achtung. Ich selbst spüre die Veränderung an meiner Körper, obwohl ich noch ganz am Anfang bin.

Je mehr ich selber die Übungen mache, desto mehr bin ich überzeugt, dass es die Weg für Kata ist. Doch bin ich unsicher, da sie im Gegensatz zu mir sie eine Asymmetrie hat. Sie fühlt nicht bzw. falsch, wann sie gerade ist (rein theoretisch kann sie es ja auch nicht wegen der Verdrehung). Soll ich sie soweit ich es kann einstellen, und soll sie die Übungen dann so machen? Judit Nesztler ist toll, aber es ist nur eine Stunde in der Woche.

Seelen-Sachen: Kata hat genug von Alles. Sie will endlich mal Sport treiben, so wie vor 7 Monaten. Volleyball spielen, Baskettball spielen, laufen, aber mindestens schwimmen.

Während der Ferien kann ich mir noch gut vorstellen, dass sie mit Cantienica turnt, doch im September fängt die Schule wieder an und ich habe grosse Angste wegen des langen Sitzens in den Schulsesseln.

Ich würde so gerne Kinder bzw. Mütter sprechen, die alles schon durchgemacht haben.

Können Sie mir dabei helfen?

Hochachtungsvoll:

Dora

kafebe
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Re: Cantienica mit Kinder

Beitrag von kafebe » Fr 31. Mär 2017, 19:27

Liebe Doragata, 

da hat ihre Tochter aber wirklich Glück, eine Mutter zu haben, die nicht den Ärzten blind vertraut, sondern sich Gedanken macht. Toll! Ich schließe mich Benita an, würde aber gerne noch eine traurige Geschichte als "Warnung" loswerden: in einem anderen Forum hat regelmäßig eine sehr engagierte und liebevolle Mutter über die Skoliosebehandlung von ihrem Sohn geschrieben. Aber weil sie alles richtig machen wollte, ist sie ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen: die Behandlung bestan letzten Endes aus Korsett, Schroth, Vojtja, zwei Osteopathen, Spiraldynamik (die Mutter hat selbst die Ausbildung gemacht und sie waren deutschlandweit bei mehreren Experten), am Ende haben sie es noch mit geistiger Wirbelsäulenaufrichtung versucht und nach (nur!) zwei Jahren kam dann die Entscheidung zur Operation, lange Versteifungsstrecke... und alle waren über den Einsatz begeistert. Sie haben wirklich alles probiert und die Skoliose hat sich trotzdem verschlechtert.

Und ich sage: nein, sie haben leider eine Sache nicht versucht. Nämlich weniger zu tun. Erstmal herauszufinden, was der Körper (und auch die Seele) braucht und gut annimmt und dann dran bleiben. Natürlich ist es gut, auch mal nach links und rechts zu schauen, aber man sollte nicht der Versuchung unterliegen zu denken, viel hilft viel (auch wenn dieses Denken weit verbreitet ist). Zu viel wild durcheinander mischen ist nicht integrativ, sondern schadet nur, weil der Körper gar nicht mehr weiß, was er tun soll und in der Not reflexartig ins alte Muster (die Skoliose) zurückfällt. 

Herzliche Grüße und viel Freude und Erfolg auf dem Körperweg. Gerade wenn man noch so jung ist, kann das eine Riesenchance sein, im Einklang mit dem eigenen Körper erwachsen zu werden. Sehen Sie die Skoliose als Chance und nicht als etwas, wogegen man mit allen Mitteln ankämpfen muss. 

Kathrin

Benita Cantieni
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Re: Cantienica mit Kinder

Beitrag von Benita Cantieni » Fr 31. Mär 2017, 14:53

Liebe Doragota

Sie können mit jedem Buch anfangen. Die vivatomischen Prinzipien sind immer die gleichen. Jede CANTIENICA®-Übung dehnt und stärkt die Mitte, arbeitet über Diagonalstrukturen am Ausgleich von Asymmetrien. Jede Übung will den Kreuzgang koordinieren. Entscheidend ist, das die Tochter die Übungen mag und auch durchführt. 

Lektionen mit anderen Kindern sind natürlich angenehmer, die Gruppe motiviert. Doch leider kann ich das nicht für Sie in Ungarn aus dem Hut zaubern!

CANTIENICA® – DAS RÜCKENPROGRAMM enthält ein komplettes Anti-Skoliose-Programm. Einfach vorne anfangen und von Übung zu Übung weitermachen. Und die, die funktionieren, beibehalten. In LAUFEN MIT TIGERFEELING gibt es Übungen mit Murmeln und Ballonen, die machen 12-Jährigen auch Spass ...

Wir arbeiten mit inneren Bildern. Erwachsene sollen beschreiben, was sie spüren. Stark wie ein Baum. Wie eine Sonnenblume am Mittag. Mit flüssigem Gold in der Wirbelsäule. Kinder lieben das und springen sofort darauf an.

Zu Schroth äussere ich mich nicht mehr. Alexander-Technik ist prima. Wenn sich Ihre Tochter dabei gut fühlt, so bleiben Sie dabei. Es ist besser, eine Methode gründlich zu verfolgen, als an vielen zu naschen.

... und sollten Sie die Möglichkeit haben, eine Privatlektion mit Ihrer Tochter bei Judit Nesztler in Budapest zu buchen: Machen Sie's. Judit arbeitet wunderbar gründlich. Und Kinder hat sie auch.

Herzlich, BC

PS: Gestern war der Fehlerteufel im Forum, der Einstieg war verstümmelt. Nun ist er wieder verständlich. LG.

Doragota
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Cantienica mit Kinder

Beitrag von Doragota » Fr 31. Mär 2017, 11:25

Ich habe ein 12jähriges Tochter, die Skoliose (Grad 20) hat. Der Arzt hat ihr Korsett und Schrott-Therapie empfohlen. Soviel ich es verstanden habe ist es ein völliges Unsinn. Mein Tochter macht seit einem Monat (wöchentlich 3x 1h Alexander-Technik). Wir wohnen im Ungarn und soviel ich weiss gibt es in unserer Nahe keine CantienicaTrainer für Kinder. Ich habe die Bücher angeschaut, scheinen alle Klasse zu sein, weiss aber nicht wo ich mit meinem Tochter anfangen sollte? Oder kann sie die Übungen für Erwachsene machen? Bin auch neugierig was Sie über Alexander-Technik halten. Habe ich es gut verstanden, dass Schrott-Teraphie auch nicht das beste sein soll? Liegt es an der Einstellung der Schrott-Therapie oder auch an den ausgeführten Übungen?

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