chronische Rückenschmerzen

Fragen zur CANTIENICA®-Methode und zum Buch “Tigerfeeling – Das Rückenprogramm fur sie und ihn". Hilft bei Rückenbeschwerden, Skoliosen, Beckenschiefstand, Scheuermanns Krankheit, ISG-Syndrom, Steissbein-Syndrom etc.
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Frangipani234
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Re: chronische Rückenschmerzen

Beitrag von Frangipani234 » Fr 27. Sep 2019, 15:07

Liebe Frau Cantieni,

herzlichen Dank für all Ihre Ideen.
Tatsächlich scheint das mit der Bauch-Hals Schwäche zuzutreffen.
Ich werde Ihre Anregungen ausprobieren und auch an der entkrampften Aufspannung arbeiten.

Herzlichen Dank
Frangipani

Benita Cantieni
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Re: chronische Rückenschmerzen

Beitrag von Benita Cantieni » Do 26. Sep 2019, 10:54

Liebe Frangipani

Ach, Sie Tapfere!

Ich notiere Gedankensplitter, in der Hoffnung, etwas springe an.

Traumata parieren viele Körper mit Zusammenziehen, mit Kurzwerden. Und ab da reagiert der Körper bei jedem Kleinst-Trauma wieder mit Zusammenziehen. Für diese Verkürzung sind die äusseren queren Muskeln zuständig. Wenn Sie wirklich von innen nach aussen arbeiten, können Sie diese äusseren Schichten überlisten.

Vielleicht sprechen Sie mal mit Ihren äusseren Muskeln. Danken ihnen für die geleisteten Dienste. Bitten um die Erlaubnis, ein anderes Muster auszuprobieren. Versprechen, dass Sie auf das Angebot des Verkürzens zurückkommen, wenn das neue Muster nicht wirkt. Muskeln, Faszien, Sehnen, Bänder gehen gern darauf ein. Manchmal motzen sie ein bisschen, "jetzt war ich so viele Jahre gut genug, zuständig für alles , und plötzlich ...". So ungefähr. Doch will jede Körperzelle eigentlich Ihre Freundin sein.

Aufspannen soll kein verkramptes Nach-oben-oben-oben sein. Sondern ein Fliessen in Zug und Gegenzug. Eine Art Ebbe und Flut im eigenen Körper. Die Knochen brauchen ihre volle Länge. Die Knochen streben nach oben (ausser Arm, Hand, Fuss). Diese Knochenlänge wird von den tiefstliegenden Muskeln und Bändern gehalten. Psoas und Zwerchfell sind Aufrichtemuskeln. Der Multifidus fliesst nach oben und unten. Iliocostalis fliesst auf und ab. Und so weiter. Auch die Faszienverbünde bewegen sich auf und ab. Die Flüssigkeiten sowieso.

Spielen Sie mal damit, am besten in Rückenlage, gemütlich im Bett. Spüren Sie in den Körper, stellen Sie sich diese Eigenbewegung vor. Wenn Sie konsequent "cantienisch" mit dem Zwerchfell atmen, spüren Sie dieses Fliessen bei jedem Atemzug.

Alle Körperteile, die von Knochen gehalten werden, brauchen gleichzeitig zur Aufspannung auch die Entspannung. Deshalb prägte ich den Begriff der "entspannten Aufspannung".

Ausnahmen sind Bauch und Halsvorderseite. Diese Körperstellen werden nicht von Knochen gestützt, weil sie grösstmögliche Flexibilität brauchen, zum Schlucken, Singen, Verdauen, bei Frauen auch für die Schwangerschaften. Hier müssen Sie arbeiten. Die Bauchmuskeln und die Halsmuskeln haben den ganzen Tag die Arbeit, sich selber zu tragen. Dafür sind sie mit ausserordentlich guten Muskeln ausgestattet. Doch ist es ein Stück Arbeit. Fast alle Frauen mit grossen Aufspannschwierigkeiten haben an Bauch und Hals ihre grosse Schwäche. Der Kopf trägt sich nicht selbst, fällt nach vorne oder hinten, der Hals ist überfordert, erschlafft, der Bauch erschlafft mit dem Hals.

Funktioniert auch umgekehrt: Bauch erschlafft, zieht die ganze Front in diese Erschlaffung, Hals wird kraftlos, Kopf trägt sich nicht mehr.

Ob die Bauch-Hals-Schwäche bei Ihnen zutrifft, sagt Ihnen Ihr Spiegelbild. Hals kurz mit Querfalten, Bauch schlaff.

Das Gute an der Intensivarbeit an Bauch und Vorderseite Hals: Es gibt da auch keine Gelenke. Es kann also eigentlich nur zu Muskelkätzchen kommen, und die sind eindeutig keine Schmerzen.

In der Hoffnung, einer dieser Sätze oder eine dieser Ideen finde Zugang zu Kopf und Knochen, herzlich, BC

Frangipani234
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Re: chronische Rückenschmerzen

Beitrag von Frangipani234 » Do 26. Sep 2019, 09:50

Liebe Frau Cantieni,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung.
Ich habe meine Cantienica Betreuung all diese Dinge gefragt, Sie kann nicht verstehen, warum mein Körper es
nicht in die Aufrichtung schafft und ich Dauerschmerzen habe.
Also sitze ich tatsächlich Tag für Tag vor dem Internet und versuche, tausend Lösungen zu suchen,
warum ausgerechnet mein Körper die Aufrichtung nicht zulässt, statt daran zu arbeiten, zu verstehen, dass ich
die Skoliose nicht habe, sondern mache.
Dennoch mache ich täglich weiter mit dem Training, weil mein Körper mir sagt, "hey, die Muskeln sind da, die du trainierst, sie
wollen dich aufrichten, bleib dran" und daher bin ich in meinem Schmerz auch immer noch der Meinung ,dass Cantienica das Richtige für mich ist.
So versuche auch ich weiterhin, mich im Schmerz zu halten und aufzurichten.
Hm, tatsächlich kann ich Gutschmerz nicht von echtem Schmerz unterscheiden, für mich ist Schmerz
einfach Schmerz...... und der ist eben schlimmer geworden in den letzten Monaten.
Aber vielleicht ist das ja auch der Punkt, über den ich drüber weg muss, um in die Guthaltung zu kommen.
Vielen Dank, dass Sie mir von der Frau berichtet haben, die Sie gerade betreuen, es ermutigt mich, trotz aller gegenteiligen
Behauptungen meiner Orthopädin ("wenn Sie seit über einem Jahr trainieren, müsste es längst geholfen haben, lassen Sie es,
versuchen Sie etwas anderes"), dranzubleiben und in meinem Schmerz weiter zu trainieren, die Kreuzbeingelenke zu mobilisieren
und an der Aufrichtung zu arbeiten.

Vielen lieben Dank
Frangipani

Benita Cantieni
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Re: chronische Rückenschmerzen

Beitrag von Benita Cantieni » So 22. Sep 2019, 19:07

Liebe Frangipani

Mein Mitgefühl für Ihre Leidensgeschichte.

Darf ich zurückfragen: Weshalb stellen Sie die Fragen nicht Ihrer CANTIENICA®-Betreuung? Dafür bezahlen Sie doch, dass Sie eben gut gecoacht werden. Ich kann Ihnen von weitem beim allerbesten Willen nicht sagen, was bei Ihnen schief läuft.

Es gibt Menschen, die sind so schmerzempfindlich oder schmerztraumatisiert, dass es ihnen nicht möglich ist, Gutschmerz oder Entwicklungsschmerz von echtem Schmerz zu unterscheiden. Schmerz ist Schmerz und Schmerz ist nicht auszuhalten. Manche sinken beim leisesten Körperfeedback wieder in sich zusammen. Das macht mich traurig, doch kann ich nicht fernheilen. Ich arbeite gerade mit einer Frau mit einer ähnlich unheilvollen Geschichte. Sie lässt es zu, dass ich sie im Schmerz halte und durch den Schmerz durch begleite. Schmerz für Schmerz, wie Perlen an der Schnur. Wir kommen langsam weiter, doch wir kommen weiter. Sie sagte einen Satz fast wörtlich so, wie Sie ihn schreiben: "... aber mein Körper zog mich immer wieder zurück in die Fehlhaltung." Sie versteht langsam, dass "der Körper" kein Fremdkörper ist, dass da keine fremde Macht über sie herrscht, dass sie und der Körper eins sind (in dieser irdischen Existenz), dass sie die Fehlhaltung "macht". ( Ich weiss, wovon ich schreibe. Ich musste den Prozess selber durchmachen, der Schritt von "ich habe eine Skoliose", also ich bin Opfer der Skoliose, zu der Einsicht, "ich mache meine Skoliose", dieser Schritt war auch für mich verdammt schmerzhaft.)

Es ist natürlich möglich, dass die Hemisakralisation der Ursprung Ihrer Beschwerden ist. Doch versteift diese Hemisakralisation ja nicht die Kreuzbeingelenke. Es müsste möglich sein, die Beckenseiten zu mobilisieren und so einen Seitenausgleich zu erreichen. Wir zählen in CANTIENICA® Körper in Evolution das Kreuzbein zur Wirbelsäule, bewegen es von den ISG weg Richtung Kronenpunkt. Das muss möglich sein, auch wenn ein LW mit den KB verwachsen ist. Ich bin überzeugt, dass es Linderung für Sie geben kann und wünsche Ihnen sehr, dass Ihre Schmerz-Odyssee ein Ende findet.

Alles Gute, BC

Frangipani234
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chronische Rückenschmerzen

Beitrag von Frangipani234 » Fr 20. Sep 2019, 13:30

Liebe Benita Cantieni,
seit einigen Jahren mache ich betreut Cantienica und seit mittlerweile über einem Jahr auch zu Hause täglich ca. 1 Stunde.
Ich spüre die tiefen Muskeln, die mich aufrichten wollen, doch mein Körper schafft es nicht, in diese Aufrichtung zu kommen.
Es ist, als ob die rechte und die linke Seite meines Körpers unterschiedliche Dinge machen und es eine Stelle gibt, an der mein Körper mich festhält
Kurz meine Geschichte: Vor ca 9 Jahren fing alles an. Ich war 37 Jahre alt, hatte mich immer sportlich betätigt, kein Übergewicht, kaum Rückenschmerzen, alles war gut. Urplötzlich hatte ich heftige Schmerzen im Po und im linken Bein sowie linksseitig eine Zehenherberparese.
Es wurden mehrere BSV in der LWS festgestellt und bei weiteren Untersuchungen auch zwei kleine BSV in der HWS. Bei diesen Untersuchungen stellte sich auch heraus, dass ich eine Skoliose habe. Davor war mir davon nichts bekannt. Ich begann mit Physiotherapie und ein sogenannter Osteopath rückte mich gerade. Damit begannen meine Probleme, es war, als ob mein ganzer Rücken aus dem Lot geraten wäre. Eine zeitlang konnte ich nur über Fussreflexzonenmassage behandelt werden, weil mein Rücken keine direkte Massage ertrug. In den nächsten Jahren probierte ich alles aus, Physio, MT, Dorn-Therapie (ich hatte und habe ständig blockierte Wirbel), Schroth Therapie, cranio sacrale Behandlung, Heilpraktiker, Psychotherapie, Matrix Therapie, Kieferbehandlung .... nichts half. Auch Muskelrelaxanzien wirkten nicht.
Ich hatte ständig Schmerzen im ganzen Rücken und blockierte Wirbel, am Wenigsten aber in der LWS, wo die Probleme eigentlich waren, auch meine Zehenheberparese war fast vollständig abgeklungen. Vor einigen Jahren stieß ich dann auf Cantienica, welches ich dann ca. 3 Jahre einmal die Woche betreut durchführte, leider ohne jeglichen Erfolg, doch ich blieb dran. Vor etwas über einem Jahr, meine Schmerzen wurden immer schlimmer, gelang es einem Osteopathen, mein Becken etwas zu lösen. Auf einmal spürte ich etwas, wenn ich Cantienica übte. Dies bewog mich, dranzubleiben und täglich zu üben. Ich spürte auch, dass es die Muskeln, die ich trainierte gab, aber mein Körper zog mich immer wieder zurück in die Fehlhaltung. Ich dachte, dranbleiben, das dauert. Auch die Schmerzen wurden nicht besser, im Gegenteil, durch das üben traten neue Schmerzen auf. Ich dachte, Veränderungsschmerz, weitermachen. Doch die Wirbelblockaden blieben und mein Körper fand nie in die Symmetrie.
Seit einigen Wochen nun ist es richtig schlimm, die Tiefenmuskeln wollen meinen Körper aufrichten, doch rechte und linke Körperseite finden einfach nicht zusammen. Dadurch zieht von unten nach oben alles falsch, die eine Seite will in die Aufrichtung, die andere macht nicht mit, überall im Rücken knackt es und ich muss wegen der Spanung ständig aufstoßen. Ich kann nicht mehr schlafen, weil die Spannung in meinem Körper nicht mehr nachlässt, ich gehe vor Schmerzen kaum noch aus dem Haus, trotzdem versuche ich jeden Tag Cantienica zu machen. Orthopäden stempeln mich ab, alles sei psychosomatisch und meine Wirbelsäule zeige keine degenerativen Veränderungen, die diese Schmerzen auslösen.Auch von der Skoliose (die übrigens ca. 25 Grad beträgt) könnten solche Schmerzen nicht kommen.
Jetzt meine Frage: Ich habe an der Wirbelsäule am untersten Wirbel linksseitig am Wirbelfortsatz eine kleine Verwachsung mit dem ISG. Dieses Phänomen nennt sich Hemisakralisation. Kann es sein, dass diese Verbindung verhindert, dass mein Körper sich aufrichtet, da meine Becken sich nicht
entdrehen kann, weil es auf der einen Seite immer festgehalten wird? Die Schmerzen bei einer Hemisakralisation sollen sich hauptsächlich im LWS und ISG Bereich bewegen, was bei mir aber überhaupt nicht der Fall ist. Die autochthonen Rückenmuskeln befinden sich aber doch an den Wirbelfortsätzen, wenn das Becken jetzt auf der einen Seite nie in die gerade Position kommt, kann damit doch die Aufrichtung verhindert werden., oder? Ich weiss, Sie sind kein Arzt, ich würde aber doch gerne Ihre Meinung dazu hören, da ich mittlerweile einfach nicht mehr weiter weiss.
Vielen lieben Dank vorab und viele Grüße
Frangipani

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